Profiliert in die Zukunft

Die Fusion unserer beider Kirchengemeinden Schafbrücke und Brebach-Fechingen zur Kirchengemeinde Saarbrücken-Halberg liegt schon einige Zeit zurück. Ebenso ist die Pfarrstelle immer noch unbesetzt und man darf fragen, wie es nun weitergeht.

Die Profile schärfen

Derzeit laufen viele Planungsschritte im Hintergrund. Der Bevollmächtigtenausschuss, der bis zur nächsten Presbyteriumswahl die Gemeinde leitet, hat mit viel Engagement die Frage nach der künftigen Ausrichtung der Gemeinde in den Blick genommen. Im Nachdenken darüber hat sich herausgestellt, dass das Verständnis von lebendigem Glaubensleben ebenso breit gefächert ist wie die Bedürfnislage der Gemeindeglieder in den unterschiedlichen Bezirken, Stadtteilen und Dörfern. Welche Traditionen sind zu wahren, und wie soll Kirche der Zukunft ganz neu erlebbar sein? Beide früheren Gemeindeteile haben hier über die Jahre unterschiedliche Profile entwickelt, die gerade in der Auseinandersetzung über künftige Planungsschritte noch einmal geschärft werden konnten. Weil sie aber einfach nicht einfach 1:1 auf jeden Stadtteil und jedes Dorf übertragbar sind, musste nach einer passsenden Struktur gesucht werden.

Einrichtung von Bezirksausschüssen

Dazu hat der Bevollmächtigtenausschuss unter begleitender Beratung von Roman Glauben eine Satzung entworfen, die die Einrichtung von Bezirksausschüssen vorsieht. Mit eigenen Finanzmitteln aus dem Gemeindehaushalt ausgestattet, können die Mitglieder dieser Ausschüsse souverän planen und entscheiden, wie vor Ort Gemeindeleben gestaltet werden soll. Der Bevollmächtigtenausschuss/das Presbyterium leitet und verantwortet auch weiterhin die Geschicke der Gemeinde in allen grundsätzlichen Belangen, braucht sich aber nicht mehr um die Ausgestaltung kleinteiligerer Belange des jeweiligen Bezirks kümmern. Noch fehlt die Genehmigung der Satzung durch das Landeskirchenamt, aber letztlich geht es nur noch um einzelne Formulierungen im Sinne der Kirchengesetzgebung.

Wann wird die Pfarrstelle wieder besetzt?

In einem weiteren Schritt wird der Bevollmächtigtenausschuss des Kirchenkreises An der Saar in Kürze einen Vakanzverwalter für die Kirchengemeinde einsetzen, damit auch die Frage nach der Pfarrstellenbesetzung angepackt werden kann. Sobald ein Antrag zur Freigabe erfolgt und genehmigt ist, besteht die Möglichkeit, eine Pfarrperson mit einem Stellenumfang von bis zu 100% zu beschäftigen. Ob dies gelingt, muss sich aber erst zeigen. Derzeit sind in der gesamten Landeskirche viele Pfarrstellen unbesetzt, und es gibt auf Ausschreibungen nur wenige bis gar keine Bewerbungen. Hier braucht es Zuversicht und die Geduld aller Gemeindeglieder, um den Bevollmächtigtenausschuss auch weiterhin in seinen Bemühungen zu unterstützen. Vielleicht braucht es aber auch den Mut, neue Wege in der Personalisierung auszuprobieren. Beispielsweise könnte man ein sogenanntes Multiprofessionelles Team errichten. Das ist eine Dienstgemeinschaft unterschiedlicher Berufsgruppen. Neben Pfarrerinnen und Pfarrern könnten auch Diakoninnen und Psychologen, Sozialarbeiterinnen oder examinierte Pflegekräfte zusammen mit den Prädikantinnen und Prädikanten für die Gemeindeglieder da sein. Unterschiedliche Qualifikationen würden helfen, noch passgenauer auf die vielfältigen Bedürfnisse einzugehen. Ein solches Vorhaben müsste natürlich von der Gesamtregion, also zusammen mit der Kirchengemeinde Obere Saar und der Gesamtkirchengemeinde Saarbrücken-Ost getragen werden.

Gemeindeversammlung im Oktober 

Über den gegenwärtigen Stand der Planungen wird noch genauer auf einer Gemeindeversammlung informiert, die im besten evangelischen Sinn am Reformationstag (31. Oktober, 16 Uhr, Gemeindezentrum Brebach) stattfinden wird.

Viele Schritte sind schon geschafft. Weitere müssen und werden noch folgen. Unabdingbar gilt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7)

Für den Bevollmächtigtenausschuss des Kirchenkreises An der Saar
Dr. Florian Schmitz-Kahmen, Pfarrer